Ein Ring für Maria
Im Kirchenraum der 1946–48 wiederaufgebauten Jesuitenkirche St. Michael wurde die Marienkapelle als einzelnes Projekt neu gestaltet. Eine sorgfältige Betrachtung des Bestandes führte zu einer kontrastierenden Gestaltung: Der alte, gemauerte Stipes, der lange verborgen war, wurde behutsam freigelegt und restauriert. Er trägt – als ein stummer Zeuge dieser Zeit – sichtbar die Spuren des Jahres 1944, als die Kirche durch Bomben schwer beschädigt wurde.
Für die Madonna wurde ein neues Stahlpodest gefertigt, das den Altar nicht berührt, sondern die Statue darüber schweben lässt. Eine kreisrunde Leuchte umrahmt sie, während entlang der Wände neue Kerzenständer flackerndes Licht verbreiten. Zwei Sitzbänke bieten Gelegenheit zum Rückzug und zum Gebet.
Die Neugestaltung der Marienkapelle, in sanftes Kerzenlicht getaucht, schafft angrenzend an das mächtige Kirchenschiff, einen kontemplativen Ort des Gedenkens und der Verbindung zwischen den Gläubigen und der Mater Dolorosa.
Bauherr:in: Jesuitenkirche St. Michael
Fotos: Günter Richard Wett







